Teil 2: Vorarbeit 1 – Die Seitengänge oder das Reiten auf zwei Hufschlägen

Da die Traversale – auch Traversalverschiebung genannt – im Rahmen der Ausbildung die einwandfreie Beherrschung des Schulterhereins, der Basislektion für alle Seitengänge, voraussetzt, sollen nachstehend die Seitengänge im Allgemeinen und die Traversalen dabei im Besonderen angesprochen werden.

Der Unterschied zu den bisherigen Anforderungen in der Ausbildung der Seitengänge wird durch die folgenden Punkte besonders deutlich:

  •  Beim Schenkelweichen treten die äußeren Beine vorwärts/seitwärts bis unter den Schwerpunkt des Pferdes.

    Abb1: Korrektes Schenkelweichen

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Teil 1: Die Traversale – Einführungen

Bis zum Erscheinen des Aufgabenheftes 2012 wurden Seitengänge bis zur Klasse L als Vorwärts/Seitwärts-Bewegungen zwar mit Stellung aber noch ohne Biegung und in der Regel als Schrittlektionen abgefragt (Schenkelweichen und Viereck verkleinern und vergrößern). Der Sinn der Ausbildung dieser Lektionen liegt darin, das Pferd mit den Hilfen vertraut zu machen.

Der Übergang zur Klasse M wurde von sehr vielen Reiter aufgrund unzureichender Ausbildung und Erfahrung nicht gemeistert. Neben dem fliegenden Wechsel wurden die Seitengänge zum Kriterium dieser Klasse. (Auf den fliegenden Wechsel, das ‚Schreckgespenst‘, wird in einem extra Beitrag noch ausführlicher eingegangen werden.) Die Seitengänge werden in Längsbiegung mit der notwendigen Versammlung im Trab und Galopp geritten. Voraussetzung ist, dass der Reiter mit unabhängiger Hand gefühlvoll in die Bewegungsrichtung einsitzt und in der Lage ist, mit korrekten Schenkelhilfen die Versammlung und den reduzierten Schwung ohne Vernachlässigung der Federkraft zu erhalten. Sicher beherrscht werden muss der Drehsitz: Schulter des Reiters parallel zur Schulter des Pferdes und gleichzeitig Hüfte des Reiters parallel zur Hüfte des Pferdes)

Um diesen verhältnismäßig schwierigen Einstieg in die Klasse M besser reiterlich und damit pferdefreundlicher vorzubereiten, sollte die Grundausbildung von Reiter und Pferd zum Ende der Klasse L soweit gefestigt sein, dass die Ausführung einer flachen – d.h. einer langgestreckten – Traversale einwandfrei gelingt. Gerechtfertigt wird dieser Schritt auch durch das uns in einer bisher nie gekannten Qualität zur Verfügung stehende Reitpferdematerial.

Seien Sie gespannt auf Teil 2 hier werden die notwendigen Vorarbeiten auf dem langen Weg zur Traversale erläutert!