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Teil 4: Wie komm der Turnierrichter zu seiner Note? von Dr. D. Plewa

7. Notenfindung

Wie bei anderen Lektionen auch, sollte unter Beachtung der geschilderten Kriterien eine Ausgangsnote gefunden werden, die sich primär an Takt, Schwungentfaltung und Raumgriff orientiert, Wenn dann ein Taktfehler unterläuft, so ist nicht automatisch mit einer „5“ zu reagieren. Man wurde dann das Pferd mit großem Bewegungspotenzial, aber ebenso den Reiter, der im Interesse größtmöglicher Schwungentfaltung risikoreich reitet, betrafen und den. Der jedes Risiko scheut, begünstigen.

Ein Taktversehen, wie ich es üblicherweise nenne, dürfte einen Abzug um einen Punkt von der Ausgangsnote rechtfertigen. Ist die ein „gut“, kann also immer noch eine „7“ vergeben werden. Wiederholt sich die Taktstörung, dann ist deutlicher zu reagieren. Wenn ein Pferd angaloppiert, kommt es wesentlich darauf an, ob die geforderte Lektion überhaupt noch gezeigt wird. Gelingt dies nicht, weil der Reiter es nicht schafft, noch rechtzeitig einen starken Trab zu entwickeln, kann überhaupt nur noch im Notenbereich zwischen „1“ und „3“ reagiert werden, erst recht dann, wenn die Ursache des Angaloppierens ein Ungehorsam ist.

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Teil 3: Was muss der Reiter im starken Trab zeigen? von Dr. D. Plewa

4. Raumgriff

Das deutliche Überfußen der Hinterhufe über die Spuren der Vorderhufe spielt in der Praxis oftmals nur beim starken Schritt eine Rolle, wo es sehr leicht zu beobachten ist. Dabei wird vergessen, dass dasselbe für den starken Trab gilt und maßgeblicher Gesichtspunkt für die Bewertung des Raumgriffs ist, ebenso wie das freie Vorschwingen der Vorderbeine aus der Schulter. Dieses weite Überfußen ist eine Folge des Schubes, den das Pferd aus den aktiv abfußenden, nach vorne unter den Körper schwingenden Hinterbeinen entwickelt.

Dabei ist die Korrespondenz zwischen Vorder- und Hinterbeinaktion zu beachten. Die zu diskutieren heißt: ein heißes Eisen behandeln!  Schließlich finden sich auch in der Fachpresse sehr häufig Bilder, die als Grundlage zu massiver Kritik an der Vergabe hoher Noten gezeigt werden. Es wird dann mit eingezeichneten Hilfslinien noch dokumentiert, dass das Vorderbein einen ganz anderen Winkel zum Boden bildet als die Röhre des Hinterbeines. Tatsächlich sollten hinteres und vorderes Röhrbein bei optimaler Streckung des Vorderbeines eine Parallele bilden. Allerdings warne ich vor zu theoretischen Anforderungen; Es hängt oftmals von der Vorderbeinmechanik ab, ob das beschriebene Optimum erreicht werden kann. Wesentlicher erscheint mir, dass Schwungentfaltung und Ausdruck des starken Trabs aus aktivem, energisch abfußendem, Schub demonstrierendem Hinterbein entwickelt werden.
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Teil 2: Wie beurteilt der Richter den starken Trab? von Dr. D. Plewa

1. Takt

Nur der absolut taktreine Trab verdient hohe Noten. Es braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden, dass ein gleichmäßig ungleiches Abfußen, wenn es sich nicht ausschließlich in der Trabverstärkung zeigt, zum Ausschluss führen muss. Ist es nur im starken Trab zu sehen, kann ebenfalls, sofern deutlich sichtbar und zumindest der Verdacht auf eine Schmerzäußerung des Pferdes vorliegt, das Abklingeln gerechtfertigt sein. Ansonsten gilt: Gleichgültig, ob das Vorschwingen der Vorderbeine oder das Unterschwingen der Hinterbeine ungleichmäßig sind, ist darauf durch deutlichen Notenabzug zu reagieren. Dabei ist in Erinnerung zu rufen, dass nicht nur die Vorderbeinaktion zu beobachten ist. Nicht selten offenbaren sich Taktstörungen gerade in der Hinterhand.

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Teil 1: Beurteilung des starken Trabs – von Dr. D. Plewa

Die Bewertung des starken Trabs: Einfach, aber doch kompliziert? Dr. Dietrich Plewa über eine spektakuläre Lektion, an deren Beurteilung sich die „Richter-Geister“ scheiden.

Eigentlich sollte man meinen, dass der starke Trab sehr einfach zu benoten ist. Die Vermutung dürfte durchaus zutreffen. Dass ich dieser Lektion dennoch einen Beitrag widme, hat insbesondere zwei Gründe:

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Teil 3: Der Schritt – Welche Gangmaße gibt es im Schritt? von Klaus Harms

Die drei Gangmaße im Schritt sind Mittelschritt, versammelter Schritt und starker Schritt. Die messbare Unterscheidung sehen wir an den Hufabdrücken im Sand des Reitbodens. Der Mittelschritt soll ein natürliches Schreiten ohne Eile oder reiterliches Auffordern sein. Die Abdrücke der Vorderhufe sollen durch die Trittsiegel der Hinterhufe ganz ausgefüllt werden bzw. etwas darüber hinaus gehen. Das Pferd soll sich dabei in natürlicher Selbsthaltung bewegen. Der versammelte Schritt zeigt das Erscheinungsbild des Pferdes durch die Reiterhilfen zusammengestellt im Rahmen, Kopf und Hals etwas aufgerichtet. Die Hinterhufe fußen etwas hinter der Spur der Vorderhufe auf. Im starken Schritt schreitet das Pferd in deutlich gedehntem Rahmen, wobei die Hinterhufe möglichst weit über die Spuren der Vorderhufe hinweg fußen. Wenn der reitende Mensch während der Ausbildung zu schnell oder mit Zwang vorgeht, um schneller zum Erfolg zu kommen, entstehen häufige Fehler. So mancher Pferdesportler, der mit seinem Pferd an diesen Ausbildungszielen arbeitet, kommt schnell zu der Erkenntnis:

Der Schritt ist zwar schwierig, aber deshalb die Krone der Gangarten !  

Teil 2: Der Schritt – wie sollte er korrekterweise aussehen? von Klaus Harms

Im Grundsatz ist der Schritt  sehr schwer korrekt zu beschreiben und jedermann verständlich zu machen. Unsere Sprache hat dafür keinen leicht zu verstehenden, zusammenfassenden Wortschatz. Deshalb haben sich die  Verfasser unserer Richtlinien für Reiten und Fahren  so ausgedrückt:

Die Fußfolge im Schritt ist „ diagonal – lateral „ Dazu gibt es in der Praxis den Grundsatz:

Die „Fußfolge im Schritt ist gleichseitig aber nicht gleichzeitig


Wenn sich viele Reiter mit diesen beiden Beschreibungen ernstahft auseinander setzen, bekommen viele junge Menschen schon einige Unsicherheiten mit dem vollen Verstehen. Noch schwieriger wird es, wenn ein junger reitender Mensch mit Interesse versucht, am Pferd in der  Bewegung den genauen Ablauf der Fußfolge zu erkennen. Es gehören viele Jahre Erfahrung dazu, bis sich der sichere Blick für den guten, sicheren Schrittablauf gebildet hat. Noch schwieriger sind Störungen im Bewegungsablauf zu erkennen und sicher zu beschreiben. Teil 2: Der Schritt – wie sollte er korrekterweise aussehen? von Klaus Harms weiterlesen

Teil 1 : Der Schritt – die Krone der Gangarten von Klaus Harms

In meinen Jugendjahren wurden die Stirnwände der Reithallen oft mit Sprüchen beschriftet.

Diese Sprüche hatten immer einen direkten Bezug zum Reiten oder zum Pferd.  Heute werden dort fast überall Reklametafeln der befreundeten Firmen angebracht. Eine Reithalle aus der früheren Zeit habe ich immer noch in Erinnerung. In großen Buchstaben war dort zu lesen :

Der Schritt ist die Krone der Gangarten !
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