Teil 4: Weitere Neuerungen

Helmpflicht

Auch das Thema Sicherheit wird von der LPO aufgegriffen. Eine Erweiterung der Helmpflicht auf Dressurreiter und Fahrer bis 18 Jahre und für alle Teilnehmer an Dressurprüfungen der Klasse E und A. Des Weiteren sind Reithelme auch auf dem Vorbereitungsplatz von Springprüfungen vorgeschrieben.

Jeder Sturz vom Pferd führt zum Ausschluss
Außerdem führt künftig jeder Sturz vom Pferd zum Ausschluss, auch wenn er – was allerdings nur selten vorkommt – vor dem eigentlichen Start erfolgt. In Stilspringen gilt das auch, wenn der Reiter nach dem Durchreiten der Ziellinie aus dem Sattel kommt.
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Teil 3: Neuerungen LPO 2013

Richter-Rotation und verbesserte Planbarkeit

Eine weitere Neuregelung ist das Rotationsverfahren für Richter.

Ein Richter/Technischer Delegierter darf in nicht mehr als fünf aufeinander folgenden Jahren auf einer PLS (Pferdeleistungsschau = Turnier) tätig sein“, heißt es in § 56 der neuen, ab Januar 2013 gültigen LPO. Und damit nicht plötzlich die halbe Richterschaft ausgetauscht werden muss, steht da weiter: „Bei jeder PLS ist pro Veranstaltungsjahr (Ausnahme: Voltigier-LP) mindestens ein Richter auszutauschen.“

Demnach darf ein Richter maximal fünf Jahre in Folge auf einem Turnier eingesetzt werden. Jedes Jahr muss ein Richter einer Veranstaltung ausgetauscht werden. „Damit sollen auch die Einsatzmöglichkeiten für Jungrichter verbessert werden“, erklärt Friedrich Otto-Erley. Das System wurde im Verbandsbereich Westfalen bereits erfolgreich erprobt. „Die Kritik von Reitern und Pferdebesitzern über festgefahrene Strukturen waren damals schon unüberhörbar“, sagt der PV-Geschäftsführer Klaus Ridder. Die Freude bei dieser Zielgruppe war daher groß, als 2008 Bewegung in das Richterwesen kam. Anfänglich auf gemischte Gefühle stieß die Neuerung dagegen bei den Veranstaltern. „Die einen sagten, ‚das machen wir doch sowieso schon’, andere beklagten, dass sie sich von einem eingespielten Team trennen sollten“, sagt Ridder. Auch nicht alle Richter waren auf Anhieb begeistert. Mit einem Schmunzeln erinnert sich Klaus Ridder an einen Dialog zwischen zwei Richtern. Der eine bedauerte, dass er nun seit zehn Jahren so schöne Turniere habe und nun einige davon verlassen müsse, worauf der andere antwortete. „Denk’ doch mal an die vielen schönen Turnieren, auf denen Du nicht warst, und auf denen Du nun vielleicht einmal richten kannst.“
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Teil 2: Neu: „offene“ und „geschlossene“ Prüfungen

Warum gibt es ab 2013 „geschlossene“ Prüfungen?

Die gravierendste Änderung in der LPO betrifft die Ausschreibung von „offenen“ und „geschlossenen“ Prüfungen. Letztere sind den weniger routinierten Reitern vorbehalten und sollen 20 % einer „normalen“ Turnierveranstaltung ausmachen. Wer im LPO-Anrechnungszeitraum mit mehr als drei Pferden in Dressur oder Springen platziert war, der Leistungsklasse eins (LK 1) angehört oder an Prüfungen der Klasse S*** und höher teilgenommen hat, ist in den geschlossenen Prüfungen nicht teilnahmeberechtigt. „Damit wollen wir dem massiven Wunsch der Reiter nach mehr Chancengleichheit entgegenkommen“, erklärt Otto-Erley und beruft sich dabei insbesondere auf eine große Online-Umfrage der FN im vergangenen Jahr, an der sich fast 15.000 Turnierteilnehmer beteiligten. „Der Sport wird stärker denn je von den ,Vielreitern’ geprägt, von Reitern also, die mit mehreren Pferden starten“, sagte in Weimar auch FN-Präsident Breido Graf zu Rantzau mit Blick auf die aktuelle Turniersportstatistik. „Mit der Änderung ist jetzt ein Anfang gemacht und ein gutes Regulativ geschaffen. In ein, zwei Jahren wird es sich zeigen, ob wir bei den Kriterien – zum Beispiel ein Pferd mehr oder eins weniger – nachbessern müssen.“
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LPO 2013: Am 01. Januar 2013 tritt sie in Kraft

Warum?

Der Turniersport schrumpft. Seit dem Rekordjahr 2000 ist die Zahl der Jahresturnierlizenzinhaber um 12,7 Prozent zurückgegangen. Die Gründe sind vielfältig, wie eine Befragung ehemaliger Turnierreiter zeigt: kein passendes Pferd, Zeitmangel und Unzufriedenheit mit den Erfolgschancen und dem Bewertungssystem. Die gute Nachricht: Auch nach ihrem Ausstieg sind die meisten Ehemaligen dem Sport so verbunden, dass eine Rückkehr möglich erscheint. Diese schon etwas zurückliegende Befragung ergab weiter, dass 87 Prozent auch weiterhin aktiv reiten und immerhin 80 Prozent den Turniersport für wichtig oder sehr wichtig für den deutschen Pferdesport halten.
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Teil 4: Wie komm der Turnierrichter zu seiner Note? von Dr. D. Plewa

7. Notenfindung

Wie bei anderen Lektionen auch, sollte unter Beachtung der geschilderten Kriterien eine Ausgangsnote gefunden werden, die sich primär an Takt, Schwungentfaltung und Raumgriff orientiert, Wenn dann ein Taktfehler unterläuft, so ist nicht automatisch mit einer „5“ zu reagieren. Man wurde dann das Pferd mit großem Bewegungspotenzial, aber ebenso den Reiter, der im Interesse größtmöglicher Schwungentfaltung risikoreich reitet, betrafen und den. Der jedes Risiko scheut, begünstigen.

Ein Taktversehen, wie ich es üblicherweise nenne, dürfte einen Abzug um einen Punkt von der Ausgangsnote rechtfertigen. Ist die ein „gut“, kann also immer noch eine „7“ vergeben werden. Wiederholt sich die Taktstörung, dann ist deutlicher zu reagieren. Wenn ein Pferd angaloppiert, kommt es wesentlich darauf an, ob die geforderte Lektion überhaupt noch gezeigt wird. Gelingt dies nicht, weil der Reiter es nicht schafft, noch rechtzeitig einen starken Trab zu entwickeln, kann überhaupt nur noch im Notenbereich zwischen „1“ und „3“ reagiert werden, erst recht dann, wenn die Ursache des Angaloppierens ein Ungehorsam ist.

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Teil 3: Was muss der Reiter im starken Trab zeigen? von Dr. D. Plewa

4. Raumgriff

Das deutliche Überfußen der Hinterhufe über die Spuren der Vorderhufe spielt in der Praxis oftmals nur beim starken Schritt eine Rolle, wo es sehr leicht zu beobachten ist. Dabei wird vergessen, dass dasselbe für den starken Trab gilt und maßgeblicher Gesichtspunkt für die Bewertung des Raumgriffs ist, ebenso wie das freie Vorschwingen der Vorderbeine aus der Schulter. Dieses weite Überfußen ist eine Folge des Schubes, den das Pferd aus den aktiv abfußenden, nach vorne unter den Körper schwingenden Hinterbeinen entwickelt.

Dabei ist die Korrespondenz zwischen Vorder- und Hinterbeinaktion zu beachten. Die zu diskutieren heißt: ein heißes Eisen behandeln!  Schließlich finden sich auch in der Fachpresse sehr häufig Bilder, die als Grundlage zu massiver Kritik an der Vergabe hoher Noten gezeigt werden. Es wird dann mit eingezeichneten Hilfslinien noch dokumentiert, dass das Vorderbein einen ganz anderen Winkel zum Boden bildet als die Röhre des Hinterbeines. Tatsächlich sollten hinteres und vorderes Röhrbein bei optimaler Streckung des Vorderbeines eine Parallele bilden. Allerdings warne ich vor zu theoretischen Anforderungen; Es hängt oftmals von der Vorderbeinmechanik ab, ob das beschriebene Optimum erreicht werden kann. Wesentlicher erscheint mir, dass Schwungentfaltung und Ausdruck des starken Trabs aus aktivem, energisch abfußendem, Schub demonstrierendem Hinterbein entwickelt werden.
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Teil 2: Wie beurteilt der Richter den starken Trab? von Dr. D. Plewa

1. Takt

Nur der absolut taktreine Trab verdient hohe Noten. Es braucht nicht besonders hervorgehoben zu werden, dass ein gleichmäßig ungleiches Abfußen, wenn es sich nicht ausschließlich in der Trabverstärkung zeigt, zum Ausschluss führen muss. Ist es nur im starken Trab zu sehen, kann ebenfalls, sofern deutlich sichtbar und zumindest der Verdacht auf eine Schmerzäußerung des Pferdes vorliegt, das Abklingeln gerechtfertigt sein. Ansonsten gilt: Gleichgültig, ob das Vorschwingen der Vorderbeine oder das Unterschwingen der Hinterbeine ungleichmäßig sind, ist darauf durch deutlichen Notenabzug zu reagieren. Dabei ist in Erinnerung zu rufen, dass nicht nur die Vorderbeinaktion zu beobachten ist. Nicht selten offenbaren sich Taktstörungen gerade in der Hinterhand.

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Teil 1: Beurteilung des starken Trabs – von Dr. D. Plewa

Die Bewertung des starken Trabs: Einfach, aber doch kompliziert? Dr. Dietrich Plewa über eine spektakuläre Lektion, an deren Beurteilung sich die „Richter-Geister“ scheiden.

Eigentlich sollte man meinen, dass der starke Trab sehr einfach zu benoten ist. Die Vermutung dürfte durchaus zutreffen. Dass ich dieser Lektion dennoch einen Beitrag widme, hat insbesondere zwei Gründe:

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