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Teil 3: Neuerungen LPO 2013

Geschrieben am 19. Nov. 2012

Richter-Rotation und verbesserte Planbarkeit

Eine weitere Neuregelung ist das Rotationsverfahren für Richter.

Ein Richter/Technischer Delegierter darf in nicht mehr als fünf aufeinander folgenden Jahren auf einer PLS (Pferdeleistungsschau = Turnier) tätig sein“, heißt es in § 56 der neuen, ab Januar 2013 gültigen LPO. Und damit nicht plötzlich die halbe Richterschaft ausgetauscht werden muss, steht da weiter: „Bei jeder PLS ist pro Veranstaltungsjahr (Ausnahme: Voltigier-LP) mindestens ein Richter auszutauschen.“

Demnach darf ein Richter maximal fünf Jahre in Folge auf einem Turnier eingesetzt werden. Jedes Jahr muss ein Richter einer Veranstaltung ausgetauscht werden. „Damit sollen auch die Einsatzmöglichkeiten für Jungrichter verbessert werden“, erklärt Friedrich Otto-Erley. Das System wurde im Verbandsbereich Westfalen bereits erfolgreich erprobt. „Die Kritik von Reitern und Pferdebesitzern über festgefahrene Strukturen waren damals schon unüberhörbar“, sagt der PV-Geschäftsführer Klaus Ridder. Die Freude bei dieser Zielgruppe war daher groß, als 2008 Bewegung in das Richterwesen kam. Anfänglich auf gemischte Gefühle stieß die Neuerung dagegen bei den Veranstaltern. „Die einen sagten, ‚das machen wir doch sowieso schon’, andere beklagten, dass sie sich von einem eingespielten Team trennen sollten“, sagt Ridder. Auch nicht alle Richter waren auf Anhieb begeistert. Mit einem Schmunzeln erinnert sich Klaus Ridder an einen Dialog zwischen zwei Richtern. Der eine bedauerte, dass er nun seit zehn Jahren so schöne Turniere habe und nun einige davon verlassen müsse, worauf der andere antwortete. „Denk’ doch mal an die vielen schönen Turnieren, auf denen Du nicht warst, und auf denen Du nun vielleicht einmal richten kannst.“
Es wurde nach den ersten Erfahrungen aber auch nachgebessert. Die Zahl der Richter, die pro Jahr getauscht werden musste, wurde der Gesamtzahl der Richter angepasst und entsprechend verringert. Erlaubt wurde ferner, dass Richter weiter dauerhaft auf Turnieren ihres Stammvereins eingesetzt werden dürfen, zum Beispiel als Aufsicht oder bei Fehler-Zeitspringen, allerdings nicht in Prüfungen mit beurteilender Wertung. Ergänzt wurde außerdem die Vorschrift, bei mehr als sechs Richtern mindestens einen „Jungrichter“ oder Richteranwärter einzusetzen. „Es ist einfach wichtig, dass auch die neuen Richter Praxiserfahrung sammeln können“, wertet Ridder besonders diesen Passus in den westfälischen LK-Bestimmungen als Bereicherung.

Den größten Erfolg sieht Ridder allerdings darin, dass durch die Richter-Rotation ein Nachdenken und eine Diskussion in Gang gesetzt wurde, auch im Zusammenhang mit den Ausschreibungen. Ein Aspekt, der hinter vielen Neuerungen der LPO 2013 steckt, wie beispielsweise auch die Einführung von „offenen“ und „geschlossenen“ Prüfungen.

Inzwischen ist das Verfahren der Richter-Rotation in Westfalen akzeptiert und gängige Praxis. „Viele Vereine geben schon automatisch mit ihrer Ausschreibung an, wer ‚Neu’-Richter, ‚Jung-Richter“ oder ‚Veranstalter-Richter’ ist“, sagt Klaus Ridder. Etwas mehr Aufwand bei der Bearbeitung bedeute es zwar immer noch, „aber insgesamt erfolgt die Kontrolle recht schnell“, so Ridder. Und was passiert, wenn sich jemand nicht an die Vorschrift hält? „Das wird geahndet wie jeder Verstoß gegen die LK-Bestimmungen auch, das reicht von der Abmahnung bis zur Geldstrafe“, sagt Ridder, fügt aber sofort dazu. „Die Zahl der Veranstaltungen, bei denen es nicht klappt, ist mittlerweile verschwindend gering.“

Weitere Detailänderungen der LPO betreffen insbesondere die einzelnen Disziplinen.

Hierzu erfahren Sie mehr in den folgenden Beiträgen.

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