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Teil 6: Vielseitigkeit und die Neue Leistungsprüfungsordnung

Geschrieben am 15. Dez. 2012

Hinter fast allen Änderungen im Vielseitigkeits-Teil der LPO steckt der Wunsch nach noch mehr Sicherheit und gleichzeitiger Anpassung an das internationale Reglement. Dazu zählt auch die Einführung eines Technischen Delegierten, kurz TD, dessen Funktion sich auf internationalen Turnieren seit Jahren bewährt hat.

Was aber genau macht ein Technischer Delegierter?
Der TD sorgt dafür, dass die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen regelgerechten und sicheren Ablauf einer Gelände- oder Vielseitigkeitsprüfung geschaffen werden. Philine Ganders-Meyer, Vielseitigkeits-Koordinatorin bei der FN, erläutert: „Der TD kontrolliert beispielsweise im Vorfeld die Strecken und Plätze in allen drei Teilprüfungen. Vor allem aber überprüft er, ob die Abmessungen stimmen und der Geländeaufbau dem Schwierigkeitsgrad der Klasse angemessen ist. Die alleinige Zuständigkeit liegt so lange beim TD bis er der Richtergruppe mitgeteilt hat, dass er mit den Prüfungsbedingungen einverstanden ist“, sagt Ganders-Meyer. „Das System hat sich international außerordentlich bewährt. Der ganz große Vorteil liegt in der klaren Aufteilung der Verantwortung.“

Ebenfalls zu den Verantwortungsbereichen eines TD gehört die Einweisung und der Einsatz der Helfer. Mit Prüfungsbeginn ist er Ansprechpartner für die Reiter. „Während der Prüfung kann er bereits Anfragen und unklare Ergebnisse überprüfen und diese den Richtern am Ende zur Entscheidung vorlegen“, erklärt Ganders-Meyer.

Der TD ersetzt den bisherigen Sicherheitsbeauftragten. Außerdem nimmt er die Aufgaben eines LK-Beauftragten wahr. Bei kleineren Veranstaltungen oder solchen mit nur einer Geländeprüfung kann der TD auch für die Aufsicht auf dem Vorbereitungsplatz Dressur/Springen eingesetzt werden oder als Richter/Parcourschef in Prüfungen, in denen er nicht als TD tätig ist. „Damit können Zusatzkosten vermieden werden“, sagt Ganders-Meyer. „Schließlich soll der TD die Vielseitigkeitsprüfungen künftig sicherer und vergleichbarer, aber für den Veranstalter möglichst nicht teurer machen.“

Jeder Sturz führt zum Ausschluss

Weitere Änderungen in der LPO betreffen vor allem eine Anpassung an das internationale Vielseitigkeits-Reglement. So führt künftig auch national jeder Sturz auf der Strecke, ob Pferd und/oder Reiter zum Ausschluss.

Neu ein geführt wird außerdem eine Unterteilung in A* und A**-Prüfung, wobei die Abmessungen und technischen Anforderungen in A*-Prüfungen eher im unteren Bereich liegen, in A**-Prüfungen im oberen Bereich der Klasse A. Nicht zuletzt werden mit der neuen LPO Hallen-Geländeritte in einem eigenen Paragraphen behandelt.

Im letzten Teil unserer Reihe gehen wir auf die Ausrüstung von Reiter und Pferd in den einzelnen Prüfungsklassen ein.

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